Bisweilen sieht die Schwermut aus wie Leichtsinn. Ohne die Schwermut bleibt das Gemüt ohne Schwergewicht; wie sollte das Ver-muten ohne dieses steigen können in die Höhe, in der die Weite der Nähe zu-gemutet wird? Schwermut ist nicht Trübsinn; sie erfahrt das Deutliche.
Das Wesen des Gemütes ist das Andenken.
Das Andenken denkt das Einst, als welches die Welt weltet. Andenkend wohnt der Mensch in der Schonung der Enteignis. Er hütet die Wahr des Unter-Schieds. Im Unter-Schied enteignet sich die Ent-scheidung des l.[etzten] G.[ottes].
Einstig fängt das Ende an.
Wenn keine Mitteilung ist in der Sage des Denkens, dann kann sie auch nie eine Lehre bringen; wenn keine Lehre gebracht wird, ist auch nicht not, solche zu erziehen, die sie annehmen. Die Sage ist nur die Lichtung der Stille der Ortschaft des Unterschieds der Vergessenheit: Sage der Welt.
Die Mitteilung bleibt aus, weil die Sage ereignishaft in die Ortschaft
des Ereignisses geht und nur erst Welt sagt. Nicht aber fehlt
die Mitteilung, weil kein Raum mehr da ist, in den hinein sie
sprechen könnte. Zwar trifft dieses zu, aber nur als letzte Folge der
Verwahrlosung und der Machenschaft, die allem, was nicht ihresgleichen
ist, jede Bereichsmöglichkeit versagt. Darum geht nicht
nur die historische Geschichte zu Ende, sondern es zerfällt auch
die Möglichkeit jeder Überlieferung dieser Geschichte, vor allem
aber der überliefernden Wahrung alles dessen, was sich schon als
die Kehr der Vergessenheit ereignet. Diese Einsamkeit des Seyns
ist wesentlich mitzudenken im Erfahren der Kehre.
Die Nähe (vierte Dimension der Zeit) zur Sprache (d. h. ins Ungesprochene) bringen; weder Besonderes, noch Allgemeines darstellen.