[1] Die Sage des Brauches ist das Denken im anderen Stil. »Brauch« ist ein Vorname des Unter-schieds. Die Sage ereignet das Gespräch des Unter-Schieds.


Das Gespräch ist die brauchende Versammlung der Sprache, zu der das Ungesprochene kommt, um in ihr ungesprochen zu bleiben.

Der selben Sprache, zu der der Brauch kommt, entgeht das Ereignis.


Immer behält die Sprache innerhalb des Seienden den Charakter des Mittels; denn hier herrscht schon die Gegenwärtigung des Vorstellens als der Zweck des Sprechens. Die Gegenwärtigung beruht im Andrang des Anwesenden. Das Anwesende aber wehrt dem Ereignen des Todes.

Das Herstellen von Verständigung im Beständigen.

Das Gespräch ist die an-fängliche Versammlung des Ereignisses. Das Gespräch erbaut das Wesen der Sprache in die Ortschaft der Welt.


Das Zueinander-Sprechen der Denkenden spricht aus dem Gespräch. Dieses besteht nicht in jenem.


[2] Das Gespräch ist als die Sprache des Brauches das waltende Geschick des Ereignisses in dessen Enteignen.


Das Gespräch ist das Zwischen, innerhalb dessen die Denkenden, zu einander sprechend, die Sage vollbringen


Die Sage folgt dem Gespräch und wahrt so die Sprache, zu der es kommt.

Die Sage hinterläßt das Gespräch und birgt sich in die Sprache, der das Gespräch entgeht.


Das erfundene und geschriebene Gespräch client als Form, die Lebendigkeit eines Miteinandersprechens darzustellen. Solches


Martin Heidegger (GA 99) Vier Hefte I Und II page 7